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Bundesregierung: Schutzmaßnahmen haben nichts bewirkt Hamburg. Ozeane verkommen zur Müllkippe, Maßnahmen dagegen sind weitgehend gescheitert. Dies bestätigen ein internes Dokument der Bundesregierung, Umweltschützer und wissenschaftliche Studien. Der Befund ist eindeutig: Trotz zahlreicher internationaler und europäischer Abkommen wandern tausende Tonnen Abfälle in die Meere. Die Müllbelastung in Nord- und Ostsee habe sich "nicht gebessert", stellt die Bundesregierung in einem internen Papier fest. Seit 22 Jahren ist es zwar verboten, dort Müll zu entsorgen, doch Küsten und Meeresböden sind weiterhin stark verschmutzt. In der Nordsee landen jährlich rund 20 000 Tonnen Müll, vor allem Plastikflaschen und Plastiktüten. An den Stränden aller Anrainerstaaten werden pro 100 Meter zwischen 200 und 800 Abfallpartikel gefunden. Auf dem Meeresgrund liegen bis zu 100 000 solcher Teile pro Quadratkilometer. Onno Groß. Tiefseebiologe und Gründer der Umweltorganisation Deep Wave, kennt das Papier der Bundesregierung und bestätigt die Befunde: "Wir merken jetzt, was wir den Ozeanen antun und, dass sie zurückschlagen." Der Müll in und auf den Ozeanen - 70 Prozent der Erdoberfläche - stammt vor allem vom Festland, von Fischkuttern, Handels- und Kreuzfahrtschiffen. (Auszug SWP 5.2.10 / Politik / Martin Hofmann) i Ein einschneidendes Erlebnis: Seit zwei Jahrzehnten ist Onno Groß auf und in den Meeren unterwegs. Bei einem Forschungsprojekt in der Adria fiel dem promovierten Meeresbiologen auf, dass der Meeresboden von Plastikabfällen übersät war. Zurück in Hamburg berichtete er Bekannten von diesem einschneidenden Erlebnis. Diese ermunterten ihn, eine Initiative gegen das Verschmutzen der Oziane zu gründen. Vor sieben Jahren entstand "Deep Wave". Die unabhängige Organsation befasst sich mit allen Gefährdungen der Meere - vom Überfischen, über die Verschmutzung bis zum Unterwasserlärm. (fm)
i Plastikmüll ist vor allem für die Meere ein Problem: Rund 70 Prozent des Mülls, der in die Meere gelangt, „verschwindet“ auf dem Meeresboden. Allein auf dem Grund der Nordsee sind das schätzungsweise bereits 600.000 Kubikmeter. Für Meeresbewohner birgt der Müll Gefahren: Robben, Wale, Seevögel oder Meeresschildkröten verfangen sich regelmäßig in alten Fischerutensilien und verenden. Oft verwechseln die Tiere Plastikteile mit Nahrung und verschlucken sie. Nicht selten verhungern Tiere, weil der Mageninhalt aus Plastik ein ständiges Sättigungsgefühl hervorruft. Bis eine Plastikflasche in der Umwelt abgebaut ist, dauert es etwa 450 Jahre. (Auszug aus UBA aktuell 3/2011) >>>Mehr
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