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Aktuelles (Fachgebiete) / Atomenergie & Strahlenschutz / Atompolitik (UBAaktuell 1-2/11)
 

Deutschland beschließt den Atomausstieg





Die Bundesregierung hat beschlossen, bis Ende 2022 schrittweise vollständig auf die Kernenergie zu verzichten. Nach Einschätzung des UBA ist ein beschleunigter Atomausstieg technisch und wirtschaftlich möglich. Dies ist auch vereinbar mit den Klimaschutzzielen und der Versorgungssicherheit. Auch das Stromnetz kann zuverlässig betrieben werden. Ein deutlicher Anstieg der Strompreise durch die Energiewende sowie mittel- und langfristig nennenswerte Wachstumseinbußen sind nicht zu erwarten. Wichtig für die Energiewende ist, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter an Fahrt gewinnt, der Netzausbau vorangetrieben wird und Deutschland endlich mehr Energie spart.
Als Grundlage für die seit Fukushima neu begonnene Debatte um die Risiken der Atomenergie erarbeitete das UBA ein Hintergrundpapier zur Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland. Danach ermöglichen die vorhandenen Reservekapazitäten im deutschen Kraftwerkspark unter Sicherstellung der Versorgungssicherheit eine dauerhafte Stilllegung der sieben älteren Atomkraftwerke und des Atomkraftwerks Krümmel. Stromimporte sind aus Gründen der Versorgungssicherheit nicht nötig, diese sind im liberalisierten europäischen Strommarkt allein preisgetrieben. Für einen vollständigen Atomausstieg, der nach Analysen des UBA bereits ab 2017 möglich wäre, sind über die in Bau befindlichen Kraftwerke hinaus neue hochflexible und hocheffiziente Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von maximal 5 Gigawatt notwendig. Um einen sicheren Netzbetrieb zu unterstützen, sollten die neuen Gaskraftwerke in den Regionen gebaut werden, in denen die Atomkraftwerke stehen. (UBA aktuell 1-2/2011) Hintergrundpapier

i Greenpeace: Ausstieg aus Kernkraft bis 2015 möglich: Nach aktuellen Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist der deutsche Atomausstieg bis 2015 möglich - und zwar ohne negative Folgen für die Sicherheit der Stromversorgung, den Klimaschutz oder die Energiekosten. Im bestehenden Kraftwerkspark gebe es Überkapazitäten. Zudem seien 51 neue Kraftwerke in Bau und Planung, darunter fast 20 Erdgaskraftwerke und 10 Windparks auf dem Meer. Die sieben ältesten AKW und der Pannenmeiler Krümmel könnten abgeschaltet bleiben. Auch das in einem Erdbebengebiet liegende AKW Neckarwestheim 2 könne in diesem Jahr dauerhaft stillgelegt werden. In den Jahren 2012 bis 2015 könnten jedes Jahr zwei weitere Reaktoren vom Netz gehen. (Quelle: SWP 8.4.11 /epd)






 
 
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Letzte Aktualisierung: 28.04.2012