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Wölfe in Deutschland reißen nur wenige Nutztiere


"Rezerwat Pokazowy Zubrów / Bialowieza" © Hartmut Felgner

Wölfe in Deutschland stellen nach Ansicht hessischer Wissenschaftler keine Gefahr für Nutztiere dar. Die vor acht Jahren in der Lausitz wieder angesiedelten Tiere ernähren sich zu weniger als einem Prozent von Schafen oder Haustieren, wie die Frankfurter Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Anm.: im Fachblatt "Mammalian Biology") mitteilte. Den größten Anteil an der Ernährung der Wölfe bilden demnach mit mehr als 96 Prozent wilde Huftiere, wobei Rehe mit 55,3 Prozent an der Spitze liegen. Danach folgen Rotwild (20,8 Prozent), Wildschweine (17,7 Prozent) und Hasen (3 Prozent). Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler mehr als 3.000 Kotproben sowie unverdaute Überreste von Beutetieren wie Haare, Knochen, Hufe oder Zähne untersucht und ausgewertet. (Quelle: nh 24/Senckenberg Institut 12.3.12 / dapd-hes / Infoverteiler.Matzen; URL:)
Zum Foto: Weckt bei vielen unbegründete Ängste: Der Wolf (Artikel).

Der Wolf und die Medien - Ein Kommentar zu den Medienberichten über die Nahrungsanalysen an den Lausitzer Wölfen: Im Anhang habe ich einige Schlagzeilen von Medienberichten zusammengestellt, die Jens Matzen per e-mail verteilt hat. Sie sind ein klassisches Beispiel dafür, wie oberflächlich viele Medien und Journalisten mit Informationen umgehen und wie leicht falsche Botschaften entstehen. Durchwegs heißt die Botschaft: „Wölfe fressen gar keine Schafe“. Welch ein Unfug. Wie sollen sie denn Schafe fressen, wenn die gut geschützt sind. Insider wissen das, und Hermann Ansorge hat das in Interviews unmissverständlich ausgedrückt. Aber das scheint manche Journalisten nicht zu kümmern. Einer schreibt vom anderen ab, auch wenn’s ein Blödsinn ist. Das nicht mit den Hintergründen vertraute Publikum versteht das Ganze falsch und wundert sich. So entstehen Vorwürfe, dass die Wölfe verharmlost werden. Es ist kein Witz – ständig müssen wir uns zur Wehr setzen gegen solche Vorhaltungen, nicht die Medien.

Die richtige Botschaft wäre gewesen, dass es dank umsichtigen Managements gelungen ist, die durchaus schafsverliebten Wölfe in der Lausitz auf Abstand zu halten. Die Sache erinnert mich an ein kiloschweres Gutachten über den Kormoran hier in Bayern, in dem eine Nahrungsanalyse vorgestellt wurde, aus der hervorging, dass die Äsche nur mit einem verschwindend geringen Anteil in der Nahrung des Kormorans vertreten war. Botschaft: „Der Kormoran frisst gar keine Äschen!“ Wie sollte er auch – es gab dort gar keine mehr, weil sie längst gefressen waren und die Fischer aufgehört hatten, Jungäschen einzusetzen.

Die Wahrheit ist, dass Wölfe Schafe fressen, wo immer sie können, und dass Kormorane Äschen fangen, sogar mit Vorliebe, weil diese Fische leicht zu fangen sind. Der liebe Gott hat die Tiere so gemacht. Wie wir mit Wölfen oder Kormoranen umgehen – das ist eine ganz andere Sache. (Ulrich Wotschikowsky 14.3.12; Infoverteiler.Matzen)

>Mehr Wild, weniger Lamm - dradio v. 13.3.12






 
 
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Letzte Aktualisierung: 14.12.2012